Dienstag, 30. September 2014

Das Meer

Du bist wie das Meer,
gehörst niemandem bist was du bist,
es ist dir egal ob ich dich liebe du bist was du bist,
tust was du für richtig hältst schwimmst nicht im Strom,
lebst wie es dir gefällt gerätst in Wut wenn man dir Bedingungen stellt.

Ich liebe dich so wie das Meer es ist was es ist,
schert sich nicht um mich und doch kann es nicht anders
ich sehe es und meine Seele fliegt weiß nicht,
wie mir geschieht hab Sehnsucht nach dem Salzgeruch,
nach der Weite der Vielfalt der Farben hab Sehnsucht nach dir.

Doch du bist wie das Meer,
kommst nicht einen Schritt zu mir bist was du bist,
veränderst dich nicht für mich du bist wie das Meer,
du gehörst mir nicht,
meine Liebe ist dir egal.

Doch ich sag es dir ins Gesicht,
auch ich bin wie das Meer ich bin was ich bin,
ich liebe dich liebe dich,
wie das Meer.
Und es ist mir egal, ob es euch interessiert dich und das Meer.

Nuith



Gewalt

Zur Gewalt musst du hassen lernen.
Zur Gewaltlosigkeit musst du lieben lernen.

Phil Bosmans



Mondlicht

Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen,
die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht.
Die Liebe will erwerben und besitzen,
die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht.

Emanuel Geibel





Montag, 29. September 2014

Die Frau aus dem Regenbogen

Es war einmal ein Mann, der in seiner Jugend etwas sehr Seltsames erlebt hatte. Niemals hatte er darüber gesprochen, niemandem davon erzählt. Doch immer hatte er dieses Erlebnis in sich getragen und keinen einzigen Augenblick davon vergessen.

An einem lauen Sommerabend saß dieser Mann mit seinem Sohn unter einem Baum, um sich ein wenig auszuruhen. Und an diesem Abend begann er zu erzählen, gerade als die Sonne sich verabschiedete, und die Nacht sanft und warm den Alten und seinen Sohn in ihre Arme nahm: 'Unter diesem Baum, mein Junge, da bin ich vor vielen, vielen Jahren auch gesessen, als mir damals etwas Unerklärliches und Geheimnisvolles geschah.'

Sein Sohn blickte ihn erstaunt an. Nie war sein Vater ein großer Erzähler gewesen. Doch nun fuhr er fort: 'Es war auch so ein warmer Sommertag wie heute. Ich war noch jung, etwa in deinem alter. Ich suchte ein wenig Ruhe und ging spazieren, als mich plötzlich ein Regen überraschte, einer von diesen kurzen, aber heftigen Sommerregen. Unter diesem Baum fand ich damals Schutz. Und nach dem Regen blieb ich noch ein wenig sitzen, um mich von der Sonne wieder wärmen und trocknen zu lassen.' Er atmete tief durch, schwieg eine Weile und blickte seinem Sohn forschend in die Augen. Dieser erwiderte den Blick seines Vaters offen und aufmerksam und wartete.

'Ja', sprach der Alte weiter, 'dann geschah es. Ich weiß nicht ob ich eingeschlafen war oder was auch immer geschehen sein mag, jedenfalls schreckte ich plötzlich auf. Ein unglaublich schöner Regenbogen überspannte den ganzen Himmel. Doch seltsam: das Ende des Regenbogens schien nur einige Meter von mir entfernt zu sein. Ich war verwirrt und wusste nicht, wie mir geschah. Da trat plötzlich aus diesem Rausch der Farben eine Frau auf mich zu.' Sein Sohn runzelte ein wenig die Stirn. Der Alte nahm dies wohl wahr, redete aber einfach weiter: 'ich weiß, daß das verrückt klingt. Aber glaub mir: Genauso ist es damals geschehen.'

Noch einmal holte er tief Luft. 'Diese Frau war ein Traum. Sie war alles, was sich ein Mann bei einer Frau nur wünschen kann, ich meine nicht nur Äußerlichkeiten. Obwohl ich sie ja nie zuvor gesehen hatte, wusste ich das alles sofort. Wirklich seltsam...'Er schüttelte nachdenklich den Kopf. 'Nun ja, wie dem auch sei', nahm er den Faden wieder auf, 'diese Frau aus dem Regenbogen setzte sich neben mich und sprach mit mir. Um ehrlich zu sein: Ich sprach mit ihr. Sie selbst sagte eigentlich nur drei Sätze. Aber ich erzählte und erzählte und konnte gar nicht aufhören. Vielleicht war es die Aufregung, vielleicht meine Unsicherheit, wer weiß? Ich redete von mir und meinen Träumen, von meinen Sorgen und Nöten, von allem möglichen. Später schämte ich mich, weil ich wie ein Wasserfall geredet hatte. Doch ich glaube, sie hat es verstanden.Wohl niemals in meinem Leben habe ich so viel und so lange geredet wie damals.'

Sein Sohn blickte ihn liebevoll an, fühlte sich seinem Vater auf einmal sehr nahe und hätte ihn am liebsten in die Arme genommen. Doch er tat es nicht, sondern fragte: 'Diese drei Sätze, Vater, erinnerst du dich noch an sie?' 'Aber sicher', nickte sein Vater, 'ich habe sie nie vergessen. Es waren eigenartige Sätze. Einer lautete: 'Es liegt in deiner Hand, du bestimmst dein Leben, auch wenn es nicht immer so scheint.' Nachdenklich blickte er vor sich hin und schwieg. 'Und die anderen Sätze?' fragte sein Sohn weiter. 'Ach ja!' Der Alte schien aus seinem Traum zu erwachen, und es war, als müsse er erst wieder zu sich finden. Doch dann sprach er weiter 'der zweite Satz war: Versuche die Menschen zu lieben, auch wenn sie es dir nicht leicht machen werden. Ich glaube, dass ich diesen Satz einigermaßen verstanden habe. Immer habe ich im Grunde versucht, auch so zu leben, obwohl ich heute fürchte, dass ich viel zu selten geliebt habe.' Wieder lächelte sein Sohn, und dieses mal war er es, der eine Weile nachdenklich vor sich hinblickte.'Der dritte Satz', fuhr sein Vater fort, 'war der seltsamste. Ich habe ihn wohl nie ganz begriffen: Laß es so geschehen, wie es ist, auch wenn du manchmal lieber gegen vieles kämpfen möchtest.'

Er schwieg, und es schien, als habe er die Erzählung beendet. Gedankenverloren folgte der Blick seines Sohnes einem welken Blatt, daß im leichten Sommerwind zur Erde schwebte. Schließlich sagte er, 'Es lohnt sich, über alle drei Sätze nachzudenken und zu reden, Vater. Mir scheint , du hast sie meistens nur mit dir herumgetragen und nur wenig davon verstanden, wenn ich dich und dein Leben so betrachte.'Sein Vater blickte ihm aufmerksam ins Gesicht. 'Da magst du vielleicht recht haben', sagte er traurig und fuhr fort: 'Weißt du, je älter ich wurde, desto mehr habe ich das auch gefühlt. Doch denke ich, dass nicht jeder dieser drei Sätze so stimmen muss. Man kann darüber auch streiten - obwohl ich es manchmal, tief in mir, anders fühle. Und heute ist es für vieles zu spät, mein Sohn.'

'Ich weiß nicht, Vater', sagte der junge Mann. 'Oft ist es nur eine Ausrede, wenn jemand so etwas sagt. Aber wie ging denn die Geschichte mit dieser Frau weiter?' Jetzt war es der Vater, der seinen Sohn liebevoll anblickte und am liebsten in die Arme genommen hätte. Auch er erzählte stattdessen weiter: 'Es war damals der spät geworden über meinem vielen Gerede und bereits dunkel, als ich auf einmal nichts mehr zu reden wusste. Da setzte sich diese Frau zu mir und nahm mich in die Arme.' Der Alte lächelte und seufzte tief. 'Und dann war sie sehr zärtlich zu mir. Ich glaube, sie brachte mir die Liebe bei, wie man das zu nennen pflegt. Nie wieder habe ich solch eine Frau erlebt.'

Du meinst körperliche Liebe?' wollte sein Sohn wissen. Der Vater nickte: 'Ja und nein. Es war mehr als körperliche Liebe, da war so vieles.' Wieder schwieg er eine ganze Weile, bevor er stockend weitererzählte: 'Es ist nicht einfach in Worte zu fassen, was da geschah. Weißt du, es war, als würde ich plötzlich losfliegen, mitten in den Sternenhimmel über uns. Der Mond hob mich empor und nahm mich in sich auf. Und die Sonne gab mir Kraft und zündete etwas in mir an, obwohl sie nicht einmal zu sehen war. Und die Sterne tanzten um mich, und ich flog mitten ins All, ins Herz aller Dinge. Und ich fühlte und erlebte, was ich einfach nicht beschreiben kann. Die Zeit stand still, und dann raste sie wieder an mir vorbei. Mein Körper schien auseinander zu brechen, und doch fühlte ich mich so fest und sicher in mir wie nie zuvor. Manchmal dachte ich, vor lauter Leidenschaft irre zu werden, und doch war es in mir unheimlich still und friedlich.' Er schüttelte den Kopf. 'Ach, es ist einfach unbeschreiblich gewesen, im wahrsten Sinne des Wortes, was diese Frau damals mit mir gemacht hat.'

Vater und Sohn blickten sich lange an. Dann sagte der Sohn: 'Es war ja nicht nur die Frau, die etwas gemacht hat. Du hast ja auch dazu beigetragen, oder nicht?' Sie saßen eine ganze Zeit lang schweigend beieinander. Es war still unter dem Baum und in der Nacht, und ein klarer, wunderschöner Sternehimmel tat sich über ihnen auf. Die beiden Männer hingen ihren Gedanken nach, jeder seinen und doch den gleichen. Irgendwann räusperte sich der Sohn und fragt: 'Und was geschah dann noch weiter, Vater?' Sein Vater hob den Kopf, und wieder schien es, als wäre er eben erst aus einer anderen Welt zurückgekehrt. Schließlich antwortete er: 'Eigentlich nichts Besonderes. Irgendwann in der Nacht bin ich damals zu mir gekommen. Es hat lange gedauert, bis ich mich und meinen Verstand wieder beisammen hatte. Die Frau war verschwunden und ich habe sie bis heute niemals wieder gesehen.'Auf einmal schien er dem Weinen nahe. 'Weißt du, mein Junge, ich habe sie immer gesucht. Hier unter diesem Baum, in jedem Regenbogen und in jeder Frau. Aber ich habe sie nie gefunden. Keine Frau war so wie sie, keine hat mir so zugehört, mir solche Sätze gesagt, mich in solche Leidenschaft versetzt. Und glaub` mir, ich habe viele Frauen gekannt. Auch deine Mutter, die ich wirklich sehr gern habe, auch sie ist nicht so wie diese Frau.' Seine Stimme wurde leiser. 'Die Frau aus dem Regenbogen...', lachte er vor sich hin, 'ich weiß nicht einmal ihren Namen. Und nie habe ich so richtig begriffen, was sie mir sagen wollte. Vielleicht habe ich deshalb mein ganzes Leben lang im Grund nur nach ihr gesucht.'

Sein Sohn blickte ihn voller Wärme an. 'Ich weiß nicht, Vater', sagte er. 'Vielleicht?' Er dachte nach, rang nach Worten und fuhr schließlich fort: 'Ich glaube, sie hat dir etwas Großes geschenkt: Liebe aus Leib und Seele.' Er atmete tief die kühler werdende Nachtluft ein. 'Ja, und du hast dieses Geschenk nicht weitergegeben, sondern dein leben lang immer mehr davon gesucht, überall und jederzeit hast du noch mehr von dieser Liebe gesucht.'Er erhob sich und streckte sich ausgiebig. 'Wie wohl jeder Mensch', sagte er dann weiter, 'wir suchen alle nach der Liebe, in jeder Frau und in jedem Mann, auch ich. Und dabei vergessen wir das Wichtigste.'

Der Vater blickte zu seinem Sohn auf, Tränen in den Augen, fassungslos, und murmelte: 'Du hast sie verstanden.' Und noch einmal: 'Ja, du hast sie verstanden.' Und dann sagte er, noch immer unter dem Baum sitzend und zu seinem Sohn aufblickend: 'Ich glaube, jetzt fange auch ich an zu verstehen. Komm, mein Junge, hilf deinem Vater nun auch noch beim aufstehen.' Der junge Mann half seinem Vater, und schweigend machten sich die beiden auf den Heimweg in dieser kühler werdenden Sommernacht. Auf einmal raschelten in dem Baum die Blätter, und der Mond schien durch die Äste genau dorthin, wo die beiden Männer gesessen waren.Weder Vater noch Sohn sprachen noch einmal über die Frau aus dem Regenbogen - aber etwas war zwischen ihnen geschehen, was unauslöschlich war. Beide hatten sich verändert. Auch die Frau des alten Mannes spürte das. Doch sie erfuhr niemals von dem Erlebnis des alten Mannes und von dem Gespräch zwischen Vater und Sohn.

Als der Sommer zu Neige ging, machte der Alte, wie so oft, einen Spaziergang am Nachmittag. Es war warm und roch nach Herbst, und etwas Eigenartiges lag in der Luft. Später regnete es kurz und heftig, und danach verzauberte ein unheimlich schöner Regenbogen den Himmel. Der junge Mann zeigte ihn seiner Mutter und dacht insgeheim an seinen Vater. Still lächelte er vor sich hin und verstand auf einmal noch mehr von der Suche seines Vaters. Wie viele Farben so fragte er sich in diesem seltsamen Augenblick, wie viele Farben mag wohl die Sehnsucht haben?

Mitten in der Nacht wurde er von seiner Mutter geweckt. Voller Sorge bat sie ihn , nach dem Vater zu suchen, weil er von seinem Spaziergang nicht heimgekehrt war. Sofort machte er sich auf den Weg. Aus irgendeinem Grunde wusste er, wo er seinen Vater finden würde. Und da war er dann auch. Still und friedlich lag er unter seinem Baum, ein glückliches Lächeln in seinem Gesicht. Der Sohn begriff sofort. Er nahm den alten Mann in seine Arme und drückte ihn liebevoll an sich. Und während er bitterlich weinend um seinen toten Vater in den Armen unter diesem Baum saß, rauschte es wieder in den Blättern, und der Mond warf ein mildes Licht auf die beiden. Da huschte ein Lächeln über das tränenüberströmte Gesicht des jungen Mannes, und er flüsterte seinem Vater ins Ohr: 'Du weißt es nun, nicht wahr? Sie hat es dir gesagt.' Er drückte ihn ein letztes Mal an sich und war sicher, dass sein Vater die Frau aus dem Regenbogen noch einmal gesehen hatte.

Heinz Körner





Unterwegs

Der Mensch ist wie ein Schiff.
Er braucht Ankerplätze.
Einen sicheren Hafen.
Aber er muss auch auf große Fahrt gehen.
Mit vollen Segeln unterwegs sein.
Erfahrungen in stürmischer See sammeln.
Und er wird mit Schätzen
der Erinnerung zurückkehren.
Ich wünsche dir,
dass du dankbar
auf dein Leben zurückschauen kannst,
dass du dich erfreust an dem,
was du erreicht hast,
dass du aufmerksam im Heute lebst
und Pläne für morgen schmiedest.

Udo Hahn






Sonntag, 28. September 2014

Jeder Tag

Jeder Tag ist ein guter Tag.
Aus jedem Tag kann ein guter Tag werden.
Du darfst dir deinen Tag nicht aus der Hand nehmen lassen.
Jeder Tag ist einmalig.
Wie er ist, kehrt er nicht wieder.
Lebenszeit. Zeit zum Leben.
Zeit zum Genießen.
Zeit zum Lieben. Zeit zum Glücklichsein.



Udo Hahn




Ars Poetica

Wie jetzt noch ein Gedicht schreiben,
...warum nicht endgültig schweigen
und uns viel nützlicheren Dingen widmen?

Warum die Zweifel vergrößern,
alte Konflikte,
unverhoffte Zärtlichkeiten neu durchleben;

dieses Quentchen Lärm einer Welt hinzufügen,
die mehr ist, die es doch nur zunichte macht?

Wird irgendwas klarer durch solch ein Knäuel?
Niemand braucht es,
Relikt vergangener Herrlichkeiten,
wem hilft es,
welche Wunden heilt es?

Juan Gustavo Cobo-Borda (geb. 1948 in Bogotá)



Samstag, 27. September 2014

In die Zukunft blicken

Wer in die Zukunft blicken will, 
muss die Gegenwart hinter sich lassen.
Er muss denken,
was andere ungedacht lassen.
Und er muss die Möglichkeiten erkennen,
wo andere bequem auf das Unmögliche verweisen.
Dann werden Visionen lebendig.
Denn eine Vision ist nichts anderes,
als angewandte Phantasie ...

Unbekannt




Freitag, 26. September 2014

Für dich

Was ich dir wünsche:
Einen klaren Verstand bei allem,
was du sagst.
Ein offenes Ohr für die Sorgen anderer.
Wache Augen für die Not deines Nächsten.
Ein Lächeln im Gesicht
zur Ermutigung Verzweifelter.
Ein kraftvolles Wort
zur Verteidigung Angegriffener.
Eine freie Hand zum Zupacken,
wo sie gebraucht wird.
Ich wünsche dir,
dass etwas bleibt von dem,
was du tust,
dass ein Gedanke von dir
bei anderen nachwirkt,
dass dein Lächeln andere ansteckt,
dass ein tröstendes Wort von dir
andere ermutigt,
dass deine Hoffnung andere anspornt.



Udo Hahn

Abschied von einem Freund

Es ist wahr, mein Freund, Abschied war da,
unsre Lieder leis nun ausgesungen.
In meiner Seele wohntest Du stets ganz nah,
schwebtest dicht bei mir, ganz ungezwungen.

Du bliebst echt, nur Du mein Freund,
liebtest meinen Sternenfimmel,
gemeinsam beschlich uns manches Leid,
jedoch auch viele warme "siebte Himmel".

Jetzt sei ganz ehrlich, altes Haus,
was ist uns Zweien denn geblieben,
Gemeinsamkeiten gingen aus
- lauwarme Erinnerungen von weit drüben.

Aus der guten alten Zeit,
nein, mein Freund, lass Punkt uns setzen,
unsre Nähe ging zu weit,
als nur Vergangnem nachzuhetzen.

Manchmal fliegt mein Blick zurück,
endlos warm wird dann das Herz.
Und mit Tränenmeer im Blick
wütet blinder Abschiedsschmerz.

Jeder Schwur, ich weiß schon,
Du, prunkt hier entbehrlich, überzählig.
Auch in tausend Jahren wär´n im
Nu unsere Seelen liebesfähig.

Lass mich jetzt noch Dank Dir sagen,
ja goldnes "Danke" ruf ich Dir.
Während all der Zeit im schweren Zagen,
Achtung hatt´ ich nur vor Dir.

Wohin fliegt Dein Lebenswagen,
denkst auch Du manchmal zurück?
Lass Dich von Liebeswolken tragen,
hallo Du, ich wünsch´ Dir Glück ! 

Unbekannt



Donnerstag, 25. September 2014

Zweifel

Wofür das Leiden wozu der Schmerz?
Bin ich ein Spielball nur?
Verdammt was was wollt ihr denn nur?
Eine Schachfigur, eine Randfigur, ein Staubkorn,
ein Regentropfen, ein Versinken im großen Nichts,
ein Teilchen nur zum Spaß aus Langeweile geschaffen?
Berufen durch Bestimmung geführt, so wichtig oder so unwichtig,
dass alles auch ohne mich funktioniert?

Nuith



Vom Wind gelöscht

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste.
Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.

Der Geschlagene war gekränkt.
Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:

"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase.
Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen.
Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte,
nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:

"Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt:
"Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben,
aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"

Der andere Freund antwortete:
"Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben,
damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann.
Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist,
dann können wir das in einen Stein gravieren,
damit kein Wind es jemals löschen kann."

Unbekannt



Mittwoch, 24. September 2014

Abschied

Erinnerungen keimten in ihr auf,
wie das Schicksal nahm seinen Lauf.
Letztes Jahr noch mit Blumen in der Hand,
morgen schon mit Tränen in einem anderem Land.

Wie gerne hätte sie ihn noch mal gesehen,
zu spät, bald schon muss sie gehen.
Eine Nacht noch die Liebe genießen,
lange Zeit werden die Tränen fließen.

Bestimmt, eines Tages in ferner Zeit,
steht das Glück für beide wieder bereit.
So ist jede Träne ein Teil vom Herzen,
jede von ihnen erlebt sie als Schmerzen.

Doch manchmal fliegt ein Lachen übers Gesicht,
nein, die Erinnerung, die verliert sie nicht.

Unbekannt



Dienstag, 23. September 2014

Die drei Besucher

Es war eines Tages im Frühling, als eine Frau vor ihrem Haus drei alte Männer stehen sah. Sie hatten lange weiße Bärte und sahen aus, als wären sie schon weit herum gekommen. Obwohl sie die Männer nicht kannte, folgte sie ihrem Impuls, sie zu fragen, ob sie vielleicht hungrig seien und mit hinein kommen wollten. 

Da antwortete er eine von ihnen: "Sie sind sehr freundlich, aber es kann nur einer von uns mit Ihnen gehen. Sein Name ist Reichtum" und deutete dabei auf den Alten, der rechts von ihm stand. Dann wies er auf den, der links von ihm stand und sagte: "Sein Name ist Erfolg. Und mein Name ist Liebe. Ihr müsst euch überlegen, wen von uns ihr ins Haus bitten wollt."

Die Frau ging ins Haus zurück und erzählte ihrem Mann, was sie gerade draußen erlebt hatte. Ihr Mann war hoch erfreut und sagte: "Toll, lass uns doch Reichtum einladen". Seine Frau aber widersprach: "Nein, ich denke wir sollten lieber Erfolg einladen." Die Tochter aber sagte: "Wäre es nicht schöner, wir würden Liebe einladen?" "Sie hat Recht", sagte der Mann. "Geh raus und lade Liebe als unseren Gast ein". Und auch die Frau nickte und ging zu den Männern.

Draußen sprach sie: "Wer von euch ist Liebe? Bitte kommen Sie rein und seien Sie unser Gast". Liebe machte sich auf und ihm folgten die beiden anderen. Überrascht fragte die Frau Reichtum und Erfolg: "Ich habe nur Liebe eingeladen. Warum wollt Ihr nun auch mitkommen?"

Die alten Männer antworteten im Chor: "Wenn Sie Reichtum oder Erfolg eingeladen hätten, wären die beiden anderen draußen geblieben. Da Sie aber Liebe eingeladen haben, gehen die anderen dorthin, wohin die Liebe geht."

Unbekannt



Montag, 22. September 2014

Chatgeflüster

Der PC läuft hoch, der Bildschirm leuchtet.
Schnell noch mit Wasser die Lippen befeuchtet.
Der Chat beginnt, die Zeit beginnt zu rennen,
in mir fang ich vor Ungeduld fast an zu brennen.

Das Warten zieht sich noch ein wenig hin,
in wenigen Minuten bin ich mittendrin.
Neuer Name taucht auf, in ihr Profil geschaut.
Jetzt wird erstmal in mir "ihr" Bild aufgebaut.

Wichtige Details, die verrät sie mir nicht,
was mir sonst noch fehlt, es ist ihr Gesicht.
Chatten hin und her, Fragen über Fragen,
in kleinen Portionen beginne ich mehr zu wagen.

Das Bild kommt an und öffne die Datei,
sieht hübsch aus, lächle zufrieden dabei.
Es geht noch eine Weile hin und her,
doch irgendwann werd ich müde, kann nicht mehr.

Schnell noch das Date gebucht für den nächsten Chat,
schlaftrunken und müde falle ich ins Bett.
Träume noch ein wenig vor mich hin,
morgen Abend bin ich wieder drin....

Copyright by Brallo 6/99 - 12/99



Sonntag, 21. September 2014

Lichter am Weg

Einen weiten Weg bin ich gegangen,
einsam war ich und doch nicht allein.
Immer gab es Lichter am Weg.
Freunde, die mir zuhörten,
Freunde, die mich trösteten.
Freunde, die ihre Wirklichkeit mit mir teilten.
Sie waren meine Lichter am Weg.
Tränen hatte ich und Frust,
Freude hatte ich und Lust.
Neues entdecken, neuen Mut.
Ängste und Grenzen überwinden,
neue Ziele für mich finden.
Einen weiten Weg bin ich gegangen,
einsam war ich und doch nicht allein.
Freunde, die mir weiterhalfen.
Freunde, die manchmal ein Stück schoben.
Freunde, die mich mögen und sein lassen,
sie sind meine Lichter am Weg.

Nuith


Was kostbar ist

Sind es nicht
Momente allein,
die kleinen Dinge,
die sich einbrennen
in uns für immer?

Es genügt nicht,
zu messen,
was einer hat,
was einer dir ist,
zählt viel mehr
und was
er dir schenkt an Zeit.

Schau nicht auf Äußeres,
schau in die Herzen
der Menschen allein,
nur das ist Wert,
nur das macht dich reich.

Ruth W. Lingenfelser



Samstag, 20. September 2014

Magische Reise

"Eine magische Reise zu Dir selbst"
von
Sergio Bambaren

Neue Welten zu entdecken wird Dir nicht nur Glück und Erkenntnis,
sondern auch Angst und Kummer bringen.
Wie willst Du das Glück wertschätzen,
wenn Du nicht weißt, was Kummer ist?

Wie willst Du Erkenntnis gewinnen,
wenn Du Dich Deinen Ängsten nicht stellst?
Letztlich liegt die große Herausforderung des Lebens darin,
die Grenzen in Dir selbst zu überwinden,
und so weit zu gehen,
wie Du Dir niemals hättest träumen lassen.

Mögen all Deine Träume sich erfüllen, Träumer;
Möge dir stets Glück und Erfüllung bringen.

Es kommt eine Zeit  im Leben,
da bleibt einem nichts anderes übrig,
als seinen eigenen Weg zu gehen.
Eine Zeit, in der man die eigenen Träume
verwirklichen muss.
Eine Zeit, in der man endlich für die eigenen
Überzeugungen eintreten muss.

Gerade in der größten Verzweiflung
hast Du die Chance,
Dein wahres Selbst zu finden.
Genauso wie Träume lebendig werden,
wenn Du am wenigstens damit rechnest,
wird es mit den Antworten auf jene Fragen sein,
die Du nicht lösen kannst.
Folge Deinem Instinkt wie einem Pfad der Weisheit,
und lass Hoffnung Deine Ängste vertreiben.

Die meisten von uns sind nicht in der Lage,
über ihre Misserfolge hinwegzukommen;
deshalb gelingt es uns auch nicht,
unsere Bestimmung zu erfüllen.
Es ist leicht, für etwas einzutreten,
das kein Risiko birgt.

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen,
jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschiednehmen heißt.
Nicht zulassen,
dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die,
die wir lieben.



Freitag, 19. September 2014

Menschlichkeit

Ich möchte, wenn ich Macht besitzen würde
der Ohnmacht meine Hilfe leihen,
um die beschwerte Seele von der Bürde
der Minderwertigkeiten zu befreien.

Ich würde,wenn mir Kraft gegeben
der Schwäche Selbstbewusstsein stärken,
sie würde sich ermannen und erheben
und nützlich sein in allen Werken.

Und wäre mir Gewalt genug beschieden,
ich würde wohl die Geister weise trennen,
damit die Gegensätze auch in Frieden
auf ihre Art und Weise leben können.

Ich wünschte mir die Seelegröße
um allen Menschen Seele einzuhauchen,
dass jeder Mensch die Kraft dazu besäße
die Liebe und die Güte zu gebrauchen,
damit die Menschheit alles Leid vergäße.

Manfred Diedrichs




Donnerstag, 18. September 2014

Insel der Gefühle

Es war einmal eine Insel wo alle verschiedenen Gefühle lebten.
Das Glück, die Traurigkeit, das Wissen und all die Anderen.....
auch die Freundschaft.

Eines Tages meldete man den Gefühlen, dass die Insel sinken wird. So bereiteten sie ihre Schiffe vor und verließen die Insel. Nur die Freundschaft wollte bis zum letzten Moment bleiben. Als die Insel unterging, rief sie um Hilfe.

Der Reichtum war in der Nähe mit einem Luxusschiff. Die Freundschaft fragte ihn: "Reichtum, kannst du mir bitte helfen?" "Nein, weil ich zuviel Geld und Gold auf meinem Schiff habe, so hab ich keinen Platz für dich".
Die Freundschaft bat sodann den Hochmut um Hilfe, der auch in der Nähe mit seinem wunderschönen Boot vorbeifuhr.

"Ich kann dir nicht helfen. Du bist ganz nass, du könntest mein Schiff beschmutzen".
Als die Traurigkeit nicht weit vorbeisegelte, fragte die Freundschaft: "Traurigkeit, lass mich mit dir gehen!"
"Oh.. Freundschaft, ich bin soo traurig, ich möchte lieber alleine bleiben".
Auch das Glück ist weiter gefahren. Es war soo glücklich, dass es die Freundschaft gar nicht bemerkte...

Und plötzlich hörte die Freundschaft eine Stimme: "Komm, komm mit! Ich nehme dich mit".
Das war ein alter Mann, der gesprochen hatte. Die Freundschaft war so glücklich, so zufrieden, dass sie nicht nach seinem Namen gefragt hat.
Als beide auf festem Boden ankamen, ging der Alte weg. Die Freundschaft merkte, wie viel sie dem Alten schuldete und fragte das Wissen: "Wer hat mir geholfen"?

"Das war die Zeit", antwortete das Wissen.
"Die Zeit"?!?, fragte die Freundschaft, "aber warum hat die Zeit mich gerettet"?
Das Wissen lächelte weise und antwortete ihr: "Weil nur die Zeit verstehen kann, wie wichtig Freundschaft im Leben ist..."

Unbekannt





Aufbruch

Gib den sicheren Standpunkt auf.
Wage den Aufbruch.
Verlass die ausgetretenen Wege.
Schlage eine neue Richtung ein.
Mag die Zukunft auch ungewiss sein:
Vertraue darauf, dass sich beim Gehen
der Weg unter die Füße schiebt.
Mache dich auf, sei stets voller Erwartung.
Baue auf die Kraft deines Vertrauens.
Baue auf die Stärke in dir.
Baue auf den Dank für das Gestern.
Baue auf die Zuversicht für heute.
Baue auf die Hoffnung für morgen.

Udo Hahn




Mittwoch, 17. September 2014

Träume

Ich folge meinem Traum. Du auch?
Ich gehe das Risiko ein zu verlieren. Du auch?
Ich zweifle an mir und tue es trotzdem. Du auch?
Egal was passiert und wenn ich ganz tief falle in das tiefste Loch
glaube mir, ich habe Angst davor und trotzdem wenn ich falle
so stehe ich auf und sage: " Es war mein Traum und mein Weg."
Ich mag weinen und es mag weh tun, aber ich lebe. Du auch?

Nuith




Die Oase

Ich weiß, dass die Oase des Menschen in der Liebe liegt
und dass Liebe der Ursprung ist von allen Oasen unter den Menschen,
und ich glaube, dass Gott "Liebe" ist.
Wenn du in der Wüste des Lebens irgendwo Liebe findest,
wahre Liebe, dann geh mit er Liebe mit,
und du kommst zur Quelle aller Liebe, zu Gott,
der großen Oase für Zeit und Ewigkeit.

Phil Bosmans




Hoffnung

Hab mir zu viel von Dir erhofft -
es war ein Traum, wie schon so oft.

Ich wollt Dir meine Seele geben -
und lag wie immer, stets daneben.
Ich kann nicht raus aus meiner Haut -
und war wie immer - viel zu laut.

Du wolltest von mir leise Töne -
wird Zeit, dass ich mich dran gewöhne.

Jetzt zieh ich mich in mich zurück -
verbrenn mich selber - Stück für Stück.

Was von mir übrig bleibt - ist Asche -
ich fülle sie in eine Flasche...
Ich werfe sie ins weite Meer -
von nun an gibt es mich nicht mehr...

Wer in die Zukunft blicken will,
muss die Gegenwart hinter sich lassen.
Er muss denken, was andere ungedacht lassen.
Und er muss die Möglichkeiten erkennen,
wo andere bequem auf das Unmögliche verweisen.
Dann werden Visionen lebendig.
Denn eine Vision ist nichts anderes,
als angewandte Phantasie ...

Wenn ich die Wahl hätte.
zwischen Sonne und dem Regen -
ich nähme den Regen,
denn dann sieht niemand meine Tränen.
Und vielleicht gibt es danach einen Regenbogen,
an dessen Ende auch ich mein Glück finde.

Ich sehe nach draußen, der Himmel verhangen
Und denke über mein Leben nach
Hab' Wolken im Herzen, denn Du bist gegangen
Ich friere, stehe hier - einsam, wach

Was ist nur geschehen, was musste passieren
Mir fallen tausende Gründe ein
Ich wollte Dir Freund sein, Dich niemals verlieren
Und immer in Deiner Nähe sein

Erst warst Du sehr freundlich, kam ich Dir gelegen
Als jemand, der Dir zur Seite steht
Konflikte zu lösen und Hebel bewegen
Ich wusste, wie's mit Dir weitergeht

Ich glaubte an Freundschaft, an "Geben und Nehmen"
und forderte auch einmal Deine Zeit
Ich wünschte Verständnis, den Rat bei Problemen
Doch traf ich nur auf kalte Eitelkeit

Bald war ich Dir lästig, nicht mehr zu ertragen
Dem Nutzen folgte der Überdruss
Du ließest mich stehen mit all meinen Fragen
Ganz plötzlich war mit der Freundschaft Schluss

So steh' ich am Fenster, denk an schöne Tage
Und weine, auch wenn ich es nicht will
Ich werd' Dich vergessen, bin jetzt in der Lage -
mehr Mut, das ist nun mein Lebensziel.


Unbekannt



Dienstag, 16. September 2014

Desiderata

Gehe deinen Weg ohne Eile und Hast
und versuche den Frieden in dir selbst zu finden.
Und wenn es dir möglich ist, versuche den anderen zu verstehen.
Sag ihm die Wahrheit ruhig und besonnen und höre ihm zu,
auch wenn er gleichgültig und unwissend ist,
denn auch er hat seine Sorgen.
Vermeide laute und aggressive Menschen,
denn sie lassen dich nicht zur Ruhe kommen.
Wenn du dich mit all den anderen vergleichst,
wirst du eitel und bitter werden,
denn es wird immer Menschen geben,
die größer oder kleiner sind als du selbst.
Sei stolz auf deinen Erfolg und denke an deine Karriere,
aber bleibe bescheiden,
denn das Schicksal kann sich jederzeit wenden.
Sei vorsichtig in deinen Geschäften, denn die Welt ist voller List und Tücke,
aber lass dich trotz allem nicht von deinem Weg ablenken.
Viele Leute reden von hohen Idealen,
und überall wird Heldenmut angepriesen:
Bleibe du selber und heuchle nicht Mitgefühl.
Stehe der Liebe nicht zynisch gegenüber, denn sie ist das Einzige,
das wahr und unvergänglich ist.
Sei dankbar für jedes Jahr, das du erleben darfst,
auch wenn mit jedem Tag ein Stück deiner Jugend entschwindet.
Bereite dich auf den Augenblick vor,
in dem etwas Unvorhergesehenes in dein Leben tritt,
aber zerstöre dich selber nicht aus Angst vor der Einsamkeit.
Sei immer so, dass du vor dir selbst bestehen kannst.
Du hast ein Recht auf der Welt zu sein -
genau wie die Blume die blüht und wie ein Stern in der Nacht.
Doch auf dieser Welt lebst du nicht allein.
Hast du schon irgendwann einmal darüber nachgedacht?
Darum schließe Frieden mit Gott, wo immer er dir begegnet.
Ganz gleich, was das Leben Dir auch an Schwierigkeiten auferlegt:
die Welt ist immer noch schön.
Versuch, auf ihr zu leben und glücklich zu werden.


Max Ehmann





Montag, 15. September 2014

Gedanken jagen

Gedanken nicht zu fassen,
Vertrautes verlassen,
schwebend in Zeiten,
die Illusionen leiten?

Quälende Fragen,
die sich innerlich jagen,
aus Erfahrung geboren,
sich selbst verloren?


Nachdenken so schwer,
Überlegungen hin und her,
können nicht halten
in solchen Gewalten?

Gefühle berühren,
Verlassenheit spüren,
dazu geboren,
doch alles verloren?

Vergangenes erwacht,
Zukunft erdacht,
Gegenwart planen
In ungewissen Bahnen?

Impulse schenken,
zu Ruhe lenken,
inmitten vom Jagen
und stetem Versagen?

Schritte zaghaft probieren,
gereichte Hände nicht verlieren,
Geborgenheit erhalten,
Neues gestalten?

Ein Gedanke von vielen,
die mit mir spielen,
will sich behaupten
gegen die lauten.

Ist einer der stillen,
der stärkt den Willen,
der das Herz beglückt,
der Traurigkeit entrückt.

Unbekannt